zur Email-Adresse Suchen

 

INFO zu Krebsabstrich „PAP 3“

STAND Dezember 2012

 

Gelegentlich wird der "Krebsabstrich" vom Zytologen (Facharzt für Pathologie und Zytologie) als so genannter Pap 3 befundet. Nun, was bedeutet das genau?

 

Dazu zuerst einige einführende Worte:

 

Die Screening-Untersuchung mittels "Krebsabstrich" ist eine Vorsorgeuntersuchung bei gesund erscheinenden Frauen, die den Zweck hat, Vorstadien eines Gebärmutterhalskrebses zu einem Zeitpunkt zu entdecken, zu dem noch mittels einer kleinen Operation eine 100%-ige Heilungschance besteht. Der befundende Zytologe (ein Facharzt für Pathologie) muss also eindeutig sagen, ob die Frau, von der der Abstrich stammt, mit Sicherheit frei von verdächtigen Zellen des Muttermundes ist, oder ob sie einer weiterführenden Diagnostik zugeführt werden muss. Eindeutig deshalb, weil üblicherweise der nächste Krebsabstrich erst wieder nach einem Jahr gemacht werden wird und innerhalb dieser Zeit sich bereits bestehende Zellveränderungen zu einem echten Krebs entwickeln könnten. Das Problem dabei ist aber, dass es bei Zellveränderungen, wie auch sonst in der Biologie, fast immer Übergangsformen gibt, die daher nie eindeutig eingeordnet werden können. Natürlich hängt die Beurteilung dieser Übergangsformen auch von der Erfahrung und der Gewissenhaftigkeit des Untersuchers ab.

Aus diesen Gründen hat man sich international geeinigt, die Krebsabstriche (nach ihrem Erfinder Dr. Papanicolaou) wie folgt einzuteilen:

  • Pap 1 und Pap 2:          Sicher keine krebsverdächtigen Zellen

  • Pap 4 und Pap 5:          sehr verdächtige Zellen, die mittels histologischer Untersuchung weiter abgeklärt werden müssen. Aber selbst in diesen Stadien ist bei entsprechender Therapie eine vollständige Heilung sehr wahrscheinlich.

Es bleibt also noch der Pap 3 als Bezeichnung für schwere entzündliche und / oder degenerative Veränderungen mit nicht sicherer Beurteilbarkeit (Entartung kann nicht ausgeschlossen werden).

 

Der Pap 3 wird der Übersichtlichkeit halber in folgende Untergruppen aufgeteilt, die wiederum jede eine andere weitere, heutzutage sehr differenzierte Vorgangsweise erfordern. Vereinfacht sieht das dann etwa so aus:

  • Pap 3D (steht für Dysplasie): Zellveränderungen im Sinne von Krebsvorstufen, die sich aber vollständig zurückbilden können. Weiteres Vorgehen je nach Patientenalter und zytologischem Befund: ENTWEDER Kontrolle in 3 Monaten UND NICHT FRÜHER! (es muss sich nämlich wieder die Zellschicht erneuern, die beim Abstrich abgeschabt wurde. Werden mehrere Abstriche hintereinander oder in zu kurzen Abständen vorgenommen, kann es daher zu falschen - als gesund bewerteten - Ergebnissen kommen), ODER gleich Biopsie und/oder Curettage.

  • Pap 3G (steht für glandulär): Atypische Drüsenzellen aus dem inneren Zervikalkanal oder aus der Gebärmutterhöhle. Weiteres Vorgehen: Curettage.

  • Pap 3 - ohne Zusatz: schwere entzündliche und/oder degenerative Veränderungen mit nicht sicher beurteilbarer Dignität (gut- oder bösartig!). Krebsvorstufen oder sogar Krebs nicht auszuschließen. Weiteres Vorgehen: Baldige Kontrolle nach Entzündungsbehandlung, eventuell Abnahme einer Viruskultur. Bei wiederholtem Pap 3 histologische (feingewebliche) Abklärung mittels Biopsie und/oder Curettage.

In guten zytologischen Labors beträgt die Zahl der Pap 3 zwischen 0.5 und 3% aller Abstriche.

 

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Erklärung geholfen zu haben, die Schwierigkeiten der Befundung zu verstehen und ersuche Sie in Ihrem eigenen Interesse, die Kontrolluntersuchung wie vorgesehen vornehmen zu lassen.

 

Siehe dazu auch FAQ Pap

 

© Dr. Lingard, Wien
Dezember 2012

 

zum Seitenanfang