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INFO zur „PILLE“

 

Bedenken Sie bitte, dass es sich bei der „Pille“ um ein Medikament handelt und berücksichtigen Sie folgende Punkte:

 

1.     Allzu oft wird vergessen, dass die „Pille“ ein hochwirksames Medikament ist und dass es dabei, wie bei jedem anderen Medikament, gelegentlich Nebenwirkungen geben muss.

2.    Diese Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Migräne, Brustspannen, Übelkeit, bis zu Blutgerinnsel mit den möglichen Folgen wie Lungeninfarkt, Herzinfarkt, Schlaganfall) kennen wir Ärzte seit etwa 30 Jahren. Die Nebenwirkungen waren bei den alten „Pillen“ viel häufiger und schwerer als bei den derzeit verwendeten Präparaten.

3.    Schwerwiegende, gefährliche Nebenwirkungen treten vor allem bei Raucherinnen und übergewichtigen Frauen auf, und zwar weitgehend unabhängig vom Alter. Nikotin ist aber nicht nur bei „Pilleneinnehmerinnen“ eine der gefährlichsten Substanzen. Jede Frau muss daher für sich selbst entscheiden, ob sie das mögliche Risiko der „Pille“ eingeht oder sich für eine andere Art der Empfängnisverhütung ( Spirale, Kondom, Sterilisation) entscheidet, denn eine ungewollte Schwangerschaft ist in Bezug auf das Thromboserisiko (Blutgerinnsel) noch sehr viel gefährlicher.

4.    Es scheint auch Hinweise auf Schädigungen der Brust im Zusammenhang mit „Pille“ und der regelmäßigen Einnahme von Alkohol zu geben.

5.    Etwa 5-7% der Bevölkerung sind wegen eines angeborenen, genetischen Defektes besonders durch Blutgerinnsel unter Pilleneinnahme gefährdet. Es gibt nun seit einiger Zeit die Möglichkeit, mittels einer Blutuntersuchung im Labor (aktiviertes Protein C-Resistance, APC-Resistance) festzustellen, ob man zu diesem gefährdeten Personenkreis zählt. Meiner Meinung nach sollte jede Frau, die „die Pille“ nehmen möchte, diese Untersuchung einmal im Leben machen lassen. Dazu muss man sich bloß einmal Blut abnehmen lassen. Diese Untersuchung kostet je nach Labor ca. €40 - 50 und wird nur in Ausnahmefällen  von den Krankenkassen bezahlt. Fast alle Labors führen derzeit diese Untersuchung durch, fragen Sie daher bitte in Ihrem Stamm-Labor nach.

 

© Dr. Lingard, Wien
August 2005

 

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