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INFO Richtige Ernährung in der Schwangerschaft

 

Um eine gleichmäßige Versorgung des werdenden Kindes mit Nährstoffen sicherzustellen, wird empfohlen, die Nahrungsaufnahme auf 4 bis 5 Mahlzeiten zu verteilen.

Besondere Bedeutung kommt hierbei dem Frühstück zu. Es sollte etwa 7 bis 10 Gramm Eiweiß enthalten, wobei außer Milch vor allem Käse, Joghurt, Ei und Schinken gegessen werden sollten.

Das Nachtmahl dagegen darf nicht mehr als 30% der gesamten täglichen Nahrungsmenge enthalten.

Besonders wichtig für das werdende Kind ist die genügende Zufuhr von tierischem Eiweiß. Bis zur 20. Woche werden davon 50 Gramm, danach 60 Gramm täglich benötigt. Überhaupt sollten zwei Drittel der täglichen Eiweißmenge in Form von tierischen Nahrungsmitteln zugeführt werden (Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Milch, Käse, Topfen). Geeignet sind vor allem Speisen, die möglichst viel tierisches Eiweiß, gleichzeitig aber möglichst wenig tierisches Fett enthalten. Halb- oder Viertelfettkäse ist also besser als Doppelrahm- oder Vollfettkäse.

In der Schwangerschaft muss die Kalziumzufuhr verdoppelt werden und ab Mitte der Schwangerschaft etwa 1.2 Gramm pro Tag betragen. Ihr Speiseplan sollte daher einen halben Liter Milch (oder Buttermilch, Joghurt) und 100 - 150 Gramm Topfen, Hüttenkäse oder Käse täglich beinhalten. Wenn Sie eine Abneigung gegen Milch und Milchprodukte verspüren, sollten Sie ein Kalziumpräparat einnehmen.

Auf Kalziummangel können folgende Symptome hinweisen:

  • Knochenschmerzen

  • Zahnschäden, Zahnfleischentzündung

  • Haarausfall

  • Schwäche, Müdigkeit.

Auch die Zubereitungsart der Speisen ist wichtig. Grillen, Dünsten in Alufolie oder im Römertopf ist besser als Panieren. Keine Mehlsaucen!

Während der Schwangerschaft sollte der Konsum von Weißmehlprodukten, Zucker und tierischen Fetten reduziert werden. Es werden insgesamt 80 Gramm Fett Pro Tag empfohlen, wobei die eine Hälfte aus verstecktem Fett (z.B. Eiern, Milch, Käse) stammt und die andere Hälfte aus Fetten mit reichlichem Gehalt an ungesättigten Fettsäuren (z.B. Distel, Maiskeim, Sonnenblumenöl, Pflanzenmargarine).

 

Neuerdings weiß man, dass sich während der Schwangerschaft ein Magnesiummangel einstellen kann. Bei der Mutter können nächtliche Wadenkrämpfe auftreten, aber auch die so genannte Schwangerschaftsvergiftung, kindliche Mangelentwicklung, vorzeitige Wehentätigkeit, Aborte und Frühgeburten werden mit einem Magnesiummangel in Zusammenhang gebracht. Obst, Gemüse, Kleie und Nüsse enthalten viel Magnesium.

 

Konkrete Empfehlungen:

Eiweiß:

1. Schwangerschaftshälfte: 70 - 80g täglich, davon 50 - 60g tierisches Eiweiß

2. Schwangerschaftshälfte: 80 - 100g täglich, davon 70 - 80g tierisches Eiweiß.

Fett: 80 g täglich

Kohlenhydrate: 250 - 300g täglich

 

Energiebedarf:

(Ausgangsgewicht etwa 55 kg, leichte körperliche Anstrengung)

1. Schwangerschaftshälfte: 2200 kcal. = 9200 J

2. Schwangerschaftshälfte: 2500 kcal. = 10500 J

Kalzium:

1200 mg pro Tag. Der Mehrbedarf wird gedeckt durch ½ Liter Milch oder 100 - 150g Topfen, Hüttenkäse oder Käse.

Eisen, Folsäure, Magnesium sind gelegentlich auch nötig.

 

Quellen:

Ernährung in der Schwangerschaft, Bücherei des Frauenarztes, Band 22, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart, 1986 Prof. Dr. Willy Stoll, Chefarzt Frauenklinik, Kantonspital Aarau, Medical Tribune, Nr. 43a, 26. Oktober 1987

 

© Dr. Lingard, Wien
August 2005

 

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