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FAQ zu Krebsabstrich

STAND Februar 2014

 

Da immer wieder dieselben Fragen zu Krebsabstrich, Pap und CIN (Cervikale intraepitheliale Neoplasie) auftreten, hier eine knappe Zusammenstellung einiger Statements:

 

1. Der Krebsabstrich (zytologische Abstrich, Pap) (gleichgültig nach welcher Methode) ist eine Screening-Methode (Suchmethode) um Zellveränderungen am Muttermund rechtzeitig zu entdecken, bevor sie sich zu einer Krebserkrankung entwickeln. Die Ergebnisse sind keinesfalls zu 100% richtig und abhängig von sehr vielen Faktoren (z.B. Entzündung ja/nein, Zyklustag, Hormontherapie, Kontrazeption, Technik der Abnahme, Fixierung, Färbung, Befunder ... etc.)


2. Pap 2, 3, 4 .. sind zytologische Befunde aus Abstrichmaterial. CIN 1, 2, 3 sind histologische (feingewebliche) Diagnosen aus Biopsiematerial!


3. Pap 3d (d bedeutet Dysplasie) ist FAST immer durch eine HPV-Infektion bedingt, aber eben NICHT IMMER!


4. Ein Pap 3 kann auch einmal eine CIN 2 oder gar CIN 3 sein. Ein Pap 4 kann eine CIN 3, aber auch eine CIN 2 sein. Auch ein Pap 2 kann unter Umständen (siehe Punkt 1) eine CIN sein.


5. Eine CIN 3 MUSS therapiert werden (was nicht unbedingt eine Konisation bedeuten muss), da sich daraus in einem hohen Prozentsatz ein Krebs entwickeln KANN.


6. Eine CIN 2 KANN, abhängig von verschiedenen Umständen, einige Zeit unter regelmäßigen, verlässlichen und genauen Kontrollen beobachtet werden, da sie sich auch zurückbilden kann.


7. Für Pap 3d gilt: entweder gleich Kolposkopie und Biopsien aus der Transformationszone, eventuell auch mit Cervixcurettage. ODER verlässliche Kontrolle des Pap nach 3 Monaten (und nicht früher!), da die oberste Zellschicht, in der die Veränderungen stattfinden und die beim Krebsabstrich abgeschilfert wird, erst nachwachsen muss. Sonst gibt es falsche (zu gute Ergebnisse) und man wiegt sich in falscher Sicherheit.


8. Auch bei einer offenbar unauffälligen Kolposkopie kann es einen Pap 4 geben, da die Zellveränderungen höher oben im Cervikalkanal sitzen können, wo man sie bei normaler Spiegeluntersuchung nicht sehen kann.

9. Derzeit wird noch diskutiert, ob man einer Patientin nach der Konisation eine Impfung gegen HPV-Viren empfehlen soll um eine Reinfektion zu vermeiden.

 

© Dr. Lingard, Wien
Februar 2014

 

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