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INFO: Spirale ist nicht gleich Spirale

Das Prinzip der Spirale ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Empfängnisverhütung durch Gegenstände in der Gebärmutter ist schon Jahrhunderte alt. Die Beduinen legten ihren Kamelen vor einer langen Reise durch die Wüste Steine in die Gebärmutter, damit sie nicht trächtig werden.

Im Prinzip werden 2 Arten von empfängnisverhütenden Spiralen (heute sind alle aus Kunststoff) unterschieden:

    1. Die klassische Spirale mit einer Auflage von Kupfer-Silberdraht oder auch Gold und die

    2. Spirale mit einem Hormon freisetzenden Kunststoffzylinder.

 

DIE KUPFER-SILBER SPIRALE

 

Die Wirkungsweise ist nicht völlig geklärt. Einerseits verhindern Gegenstände in der Gebärmutterhöhle das Einnisten eines (im Eileiter) befruchteten Eies, andrerseits scheint der Kupfer-Silberdraht eine abakterielle Entzündung mit Ausschüttung des Entzündungshormones Prostaglandin zu verursachen. Prostaglandin führt bei der Gebärmutter zu kleinen Kontraktionen (Zusammenziehungen), die ebenfalls die Einnistung eines befruchteten Eies verhindern. Jedenfalls verhindert die Kupfer-Silber-Spirale nicht wie die "Pille" oder die Hormonspirale die Befruchtung, sondern die Einnistung in die Gebärmutterhöhle. Diese Spirale kann daher nicht vor einer extrauterinen Schwangerschaft (Schwangerschaftseinnistung außerhalb der Gebärmutterhöhle, Eileiterschwangerschaft) schützen. Die Spirale muss, je nach Fabrikat, spätestens alle 3-5 Jahre gewechselt werden.

 

Sicherheit: Die Kupferspirale hat einen Pearlindex von 0.6-2.0, das heißt, es gibt 0.6 bis 2 Schwangerschaften, wenn 100 Frauen mit dieser Methode ein Jahr lang verhüten. Dies bedeutet, dass es - wie bei jeder anderer Verhütungsmethode - keinen 100%-igen Schutz vor Schwangerschaft gibt.

 

Nebenwirkungen können sein:

Selbst beim richtigen Einlegen kann die Gebärmutterwand in seltenen Fällen aufgrund ihrer individuellen Beschaffenheit verletzt oder durchstoßen werden. Unmittelbar nach dem Einlegen kann es kurzfristig zu leichten Blutungen und Schmerzen sowie verlangsamtem Puls kommen. Dies ist unbedenklich und muss nur beobachtet werden.

Eine Ausstoßung der Spirale, vor allem während einer starken Menstruation ist bei manchen Patientinnen möglich.

Die Spirale kann infolge von Bewegungen der Gebärmuttermuskulatur ihre Lage verändern, selten auch in die Gebärmutterwand eindringen oder diese durchwandern. Dann muss sie operativ entfernt werden.

Die Einnistung einer befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutter (z.B. Eileiterschwangerschaft) lässt sich durch eine Kupferspirale nicht verhindern. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter erfordert meist einen operativen Eingriff.

Die Monatsblutungen können, vor allem in den ersten Monaten nach der Einlage, stärker und schmerzhafter sein. Infektionen im Genitalbereich können bei liegender Spirale schwerer verlaufen und unter Umständen durch Beschädigung der Eileiter zu bleibender Kinderlosigkeit führen. Aus diesem Grunde sollten Frauen mit weiterem Kinderwunsch eine andere Art der Verhütung vorziehen.

 

Vorteile: Sie ist billiger als die Hormonspirale. Sie ist etwas dünner, daher ist bei engem Zervikalkanal die Einlage etwas einfacher

 

Nachteile: siehe Nebenwirkungen, schützt nicht vor einer extrauterinen Schwangerschaft

 

DIE GOLD-SPIRALE

 

hat eine Goldkern und ist im wesentlichen wie die Kupfer-Silber-Spirale zu beurteilen. Sie hält (möglicherweise) etwas länger.

 

DIE HORMONSPIRALE

 

Wirkungsweise: Die Hormonspirale (Mirena®) ist eigentlich eine "Pille", die in der Gebärmutter aufgehängt wird. Durch die unmittelbare Nähe zum Wirkungsort kommt man mit einer sehr geringen Hormonmenge aus, wobei die wirksame Substanz (ein Gelbkörperhormon) ähnlichen Wirkmechanismus folgt, wie die konventionelle "Pille", d.h. normalerweise (seltene Ausnahmen gibt es, wie immer in der Medizin!) wird der Zervikalschleim für Spermien (und auch Bakterien) undurchlässig. Sollte sich aber dennoch ein Spermium bis in den Eileiter verirren, wird dort meist die Befruchtung verhindert. Und letztlich, sollte ein Ei dennoch befruchtet worden sein, wird die Einnistung in die Gebärmutterhöhle verhindert. Das Präparat muss spätestens alle 5 Jahre ausgetauscht werden.

 

Sicherheit: Die Hormonspirale hat einen Pearlindex von 0.14, das heißt, es gibt 0.14 Schwangerschaften, wenn 100 Frauen mit dieser Methode ein Jahr lang verhüten. Dies bedeutet, dass es - wie bei jeder anderer Verhütungsmethode - keinen 100%-igen Schutz vor Schwangerschaft gibt.

 

Nebenwirkungen: Selbst beim richtigen Einlegen kann die Gebärmutterwand in seltenen Fällen aufgrund ihrer individuellen Beschaffenheit verletzt oder durchstoßen werden. Unmittelbar nach dem Einlegen kann es kurzfristig zu leichten Blutungen und Schmerzen sowie verlangsamtem Puls kommen. Dies ist unbedenklich und muss nur beobachtet werden.

Eine Ausstoßung der Spirale, vor allem während einer starken Menstruation ist bei manchen Patientinnen möglich.

Die Spirale kann infolge von Bewegungen der Gebärmuttermuskulatur ihre Lage verändern, selten auch in die Gebärmutterwand eindringen oder diese durchwandern. Dann muss sie operativ entfernt werden.

Eine Eileiterschwangerschaft ist auch bei der Hormonspirale in seltenen Fällen möglich. Dabei handelt es ich um eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Diese erfordert meist einen operativen Eingriff.

Durch die Spirale können die Monatblutungen wesentlich schwächer werden und auch gänzlich ausbleiben, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, weil ein Aufbau der Schleimhaut verhindert wird.

Hautveränderungen  (Akne), Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen kommen gelegentlich vor. Wie bei allen Gelbkörperhormonpräparaten können harmlose Eierstockzysten auftreten, die meist (unter ärztlicher  Beobachtung )von selbst wieder verschwinden.

 

Vorteile: Die Hormonspirale ist sicherer als die Kupfer-Silber-Spirale. Die oftmals wesentlich schwächeren Regelblutungen (die auch gänzlich ausbleiben können) werden von den meisten Frauen als sehr angenehm empfunden. Aufsteigende Infektionen kommen seltener vor als bei der Kupfer-Silber-Spirale. Im Gegensatz zur Kupfer-Silber-Spirale kann die Hormonspirale auch bei jungen Frauen und Frauen mit eventuell späterem Kinderwunsch angewandt werden.

 

Nachteile: siehe Nebenwirkungen, im 1. Halbjahr nach der Einlage bestehen häufig leichte Zwischenblutungen. Sie ist teurer als die Kupfer-Silber-Spirale. Sie ist 1/2 mm dicker und daher bei engem Zervikalkanal etwas schwieriger einzulegen.

 

WESENTLICH BEI ALLEN ARTEN VON SPIRALEN

ist, dass sie unter streng sterilen Bedingungen eingelegt werden und dass zum Zeitpunkt der Einlage keine Infektion in der Scheide besteht. Ansonst werden Keime mit der Spirale in die Gebärmutterhöhle eingebracht, wo sie sich vermehren und zu Entzündungen des inneren Genitalorganes führen können.

Das ist auch ein prinzipielles Problem, wenn es später -lange nach der Einlage - zu schweren Infektionen in der Scheide kommt. Diese müssen dringlich behandelt werden, bevor Keime die Spirale in der Gebärmutter erreichen, denn dort können sie durch Antibiotika nicht mehr beseitigt werden. Es bleibt dann nur mehr die Möglichkeit, die Spirale zu entfernen.

 

Üblicherweise ist das ambulante Einlegen von Spiralen völlig unproblematisch und schmerzfrei. Bei sehr engem Zervikalkanal empfiehlt es sich manchmal, die Einlage in Lokalanästhesie oder sogar in Sedoanalgesie (Dämmerschlaf) durchzuführen.

© Dr. Lingard, Wien
Jänner 2009

 

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