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Neueste Erkenntnisse (2011) betreffend Hormonersatztherapie bei Gebärmutter-operierten Patientinnen

 

Gesundheitliche Auswirkungen der Östrogensubstitution bei hysterektomierten postmenopausalen Frauen

(Quelle: LaCroix AZ, Chlebowski RT, Manson JE et al.; WHI Investigators. Health outcomes after stopping conjugated equine estrogens among postmenopausal women with prior hysterectomy: a randomized controlled trial. JAMA 2011;305:1305-14)

Der Women's Health Initiative Estrogen-Alone Trial, in dem Frauen mit konjugierten equinen Östrogenen (CEE) substituiert worden waren, war nach etwa 7 Jahren wegen erhöhtem Schlaganfallrisiko abgebrochen worden. Daraufhin untersuchte das Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA) 10.739 hysterektomierte postmenopausale Frauen im Alter von 50-79 Jahren aus diesem Trial in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie. Sie erhielten median 5,9 Jahre lang 0,625 mg/d CEE oder Plazebo und wurden durchschnittlich 10,7 Jahre lang beobachtet.

Die postinterventionellen Risiken für koronare Herzerkrankung und Gesamtmortalität der Vergleichsgruppen unterschieden sich nicht signifikant, die Hazard Ratios (HR) der CEE-Gruppe betrugen 0,97 und 1,00. Das Schlaganfallrisiko war im postinterventionellen Verlauf nicht erhöht (HR 0,89). Das Risiko einer tiefen Venenthrombose der CEE-Gruppe war signifikant geringer (HR 0,63; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,41-0,98) und das Risiko einer Oberschenkelhalsfraktur nicht signifikant erhöht (HR 1,27). Über den ganzen Beobachtungszeitraum hinweg blieb das Brustkrebsrisiko der CEE-Gruppe signifikant geringer (HR 0,77; 95%-KI 0,62-0,95). Die Auswirkungen der CEE-Substitution für jüngere Frauen waren günstiger als für ältere: Eine diesbezügliche Signifikanz war für koronare Herzerkrankung, Myokardinfarkt, Kolorektalkrebs, Gesamtsterblichkeit und einen Index chronischer Erkrankungen nachweisbar.

Fazit: Hysterektomierte postmenopausale Frauen hatten von der CEE-Substitution einen signifikanten Vorteil bezüglich Brustkrebs und keinen Nachteil bei wichtigen anderen Gesundheitsauswirkungen.